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G7 einigen sich auf drei klimapolitische Vorschläge – aber es fehlt das Geld  

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G7 Leaders’ walk during the 2022 Summit in Germany
G7 Leaders’ walk during the 2022 Summit in Germany Photo by Andrew Parsons via Number10gov on flickr.
  • Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben ihr Treffen in Deutschland mit einem erwarteten Schwerpunkt auf der Ukraine und der Bewältigung der weltweiten Ernährungsunsicherheit beendet  
  • Klimaclub, JET Ps und Global Shield wurden vorangetrieben, aber die eigenen Klimaziele der G7 sind nicht vorangekommen 

Geschichte 

Wie erwartet konzentrierten sich die G7 auf die Ukraine und die unzähligen geopolitischen Herausforderungen, mit denen sie und die Welt konfrontiert sind. Der deutsche Bundeskanzler Scholz hat Angela Merkels Vermächtnis, nicht umgesetzt, die Klimazusagen der G7 trotz geopolitischer Ablenkungen zu beschleunigen.   

Ohne Klarheit über ihren eigenen Kohleausstieg und durch das unnötige Verwässern ihres Versprechens, die Investitionen in fossile Brennstoffe im Ausland zu beenden, haben die Staats- und Regierungschefs der G7 seit dem Treffen der Umwelt- und Energieminister*innen im Mai keine Fortschritte gemacht. Ihre Zusagen zur Dekarbonisierung des Stromsektors bis 2035, zur Aufstockung der Klimafinanzierung und zur Unterstützung der Länder des Globalen Südens bei der Bewältigung von Verlusten und Schäden, die durch Klimaauswirkungen entstehen, sind nach wie vor gültig. Wir hatten von Deutschland jedoch viel mehr erwartet, denn nicht zuletzt war dies ein wichtiger Moment für die neue Regierung.  

Es gab aber auch Lichtblicke. Die G7 hat neue Formen der globalen Zusammenarbeit zur Bewältigung des Klimawandels mit dem “global shield against climate risk “, “Just Energy Transition Partnerships” (JETPs) und der Idee eines Klima-Clubs zur Beschleunigung der industriellen Dekarbonisierung auf den Weg gebracht. Diese Ideen befinden sich noch im Anfangsstadium, und wenn sie ihrem Führungsanspruch in Sachen Klimaschutz gerecht werden sollen, müssen die G7 sie mit echter finanzieller Unterstützung ausstatten und globale Beteiligung sicherstellen.  

Zitate

Alex Scott, E3G-Programmleiterin, sagte:  

„Die G7, die eine globale Zusammenarbeit zur Bewältigung der Klimakrise in Form von JETPs, einem globalen Schutzschild und dem Klima-Club ins Leben gerufen haben, zeigen, dass sie den Klimawandel als eine Bedrohung ansehen, der sie sich stellen müssen, selbst in einem schwierigen geopolitischen Umfeld. Aber sie haben vergessen, diese neue Dimension des Handelns zu Hause zu demonstrieren. Bundeskanzler Scholz hat es versäumt, neue Klimazusagen der G7-Staats- und Regierungschefs zu mobilisieren. Nun müssen sie in den nächsten vier Monaten eine große Lücke füllen, um auf der COP27 glaubwürdig zu sein.“ 

Johannes Schroeten, Policy Advisor bei E3G, sagte: 

„Der Versuch von Bundeskanzler Scholz, große Ausnahmen von der COP26-Erklärung zur internationalen öffentlichen Finanzierung der Energiewende” zu machen, wurde abgewendet – aber nur knapp. Die Integrität der Erklärung steht, aber wir brauchen dringend Details über zeitliche und technische Investitionskriterien, die über den leeren Begriff der Wasserstoffumrüstung hinausgehen. Die G7 haben diese einmalige Chance vertan, das Ende der internationalen öffentlichen Finanzierung fossiler Brennstoffe zu beschleunigen.“  

Domien Vangenechten, Policy Advisor bei E3G, sagte:  

„Die heutige Ankündigung zu den Klimaclubs stellt die Dekarbonisierung der Industrie in den Mittelpunkt der Initiative. Während die Idee, sich auf die Bepreisung von CO2 zu konzentrieren, an Kraft verloren hat, hat der Schwenk zur Schwerindustrie das Potenzial, die Entwicklung globaler grüner Märkte durch Zusammenarbeit zu beschleunigen. Die G7-Länder müssen nun klare Aufgabenbeschreibungen entwickeln, um wichtige Partner mit hohen Klimaambitionen einzubeziehen.“ 

Verfügbar für Kommentare und G7/ Klima-Hintergrundgespräche 

Alex Scott, Programme Lead (Climate diplomacy and geopolitics; EN)  

+44 (0)7482 750 760, alex.scott@e3g.org 

Johannes Schroeten, Policy Advisor (Fossil Fuel Finance; EN, DE)  

+49 (0) 160 9596 4443, johannes.schroeten@e3g.org 

Domien Vangenechten, Senior Policy Advisor (Climate Clubs; EN, NL)  

+32 (0)474 87 18 27 domien.vangenechten@e3g.org 

Lisa Fischer, Programme Lead (Energy; EN, DE))  

+44 (0)7710167554, lisa.fischer@e3g.org   

Julian Havers, Programme Lead (Shifting the trillions; EN, DE))  

+49 (0)1602120435 Julian.havers@e3g.org   

  1. E3G gehört zu den weltweit führenden Think Tanks in der Klimapolitik. Unser Ziel ist es, die Welt vor den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu bewahren. Als unabhängiger Think Tank ist es darüber hinaus unser Ziel, die globale Transformation zu gestalten. Wir wollen die Welt ändern, um sie zu bewahren. 
  2. Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail an press@e3g.org oder telefonisch unter +49 (0) 170 928 9856
  3. Weitere Informationen auf Deutsch finden Sie hier

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